Gruselige Momente in Steg

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BY JOËL GRANDCHAMP
STEG. Das Hotel Steg eignet sich gut für einen Gruselschocker. Bei jedem Schritt knarren die alten Holzdielen, das Treppengeländer wackelt, der Boden ist stellenweise uneben. Der Gedanke, dass es hier spuken könnte, sorgt für Gänsehaut. «Das ursprüngliche Drehbuch war ein Horrorfilm», sagt Andy Konrad, Produzent und Aufnahmeleiter des Steger Kurzfilms. Er habe jedoch einen Bezug zu Liechtenstein und besonders zu Steg schaffen wollen und das Drehbuch gemeinsam mit der Autorin und Regisseurin Sabina G. Kufner umgeschrieben. Während mehrerer Monate wurde das Drehbuch angepasst und neue Ideen eingebracht. «Dadurch entstand ein Genremix. Der Film wird also ein Psychothriller-Sagenfilm», erklärt Konrad. Stressiger Beginn Konrad selbst ist in allen Bereichen des Kurzfilms tätig. So spielt er selbst in einer Nebenrolle mit und waltet auch als Regieassistent. «Es kommt häufiger vor, dass ich eine E-Mail schreibe und nebenbei mit jemand anderem telefoniere. Zum Glück habe ich helfende  ände, die mir zur Seite stehen», sagt Konrad lachend. Die ersten Drehtage seien besonders aufregend gewesen, da sich das Team nicht gekannt habe. Zudem habe man zu Beginn auch mit technischen Problemen zu kämpfen gehabt. «Wir dachten zuerst, wir hätten während des gesamten ersten Drehtages keinen Ton gehabt. Das hat mich dann doch eine schlaflose Nacht gekostet», sagt Konrad. Neben dem Tonproblem habe auch ein Kamerateil für Aussenaufnahmen gefehlt. Glücklicherweise konnten diese Probleme behoben werden – ohne dass der ganze erste Drehtag wiederholt werden musste. «DieTechnik funktioniert jetzt, und langsam machen die Dreharbeiten Spass und sind nicht nur stressig», lacht Konrad. Grusel und Komik am Set Während Dreharbeiten zu einem Gruselfilm nicht zwingend zu einem eigenen Erschauern führen müssen, sei dies bereits vorgekommen. «Beim Dreh kann es durchaus mal gruselig werden», sagt die Regisseurin Sabina G. Kufner. Die Gruseleffekte des Films basieren nicht auf den üblichen Schockeffekten, sondern auf psychologischen Irritationen. «Man weiss nie so genau, ob die Figur nun einer der Tobelhocker ist oder einfach nur ein Verrückter», erklärt die Regisseurin. Die Figuren seien für den Zuschauer schwer einzuschätzen, was eine gewisse Furcht auslösen würde. Durch die Handlungen der Darsteller müsse man häufiger aber auch lachen. «Dadurch mischen sich Emotionen und Wahrnehmungen – Horror und Komödie verschmelzen», erklärt Kufner. Die Regisseurin zeigt sich beeindruckt ob der Geduld und Freundlichkeit der Liechtensteiner. «Selbst wenn wir Wanderer gebeten haben, kurz zu warten, da wir eine Szene gedreht haben, haben diese äusserst freundlich und verständnisvoll reagiert. In einer Stadt wäre das sicher anders gewesen», sagt Kufner. Premiere an Sagenfestival Die Dreharbeiten werden gemäss Andy Konrad in nur zehn Tagen beendet sein. Damit hat das Team ein ziemliches Tempo vorgelegt. «Pro Drehtag kommen wir auf zwei Minuten Filmmaterial, das ist Spielfilmniveau», sagt Konrad. Insbesondere, wenn man bedenke, dass sich das Team noch nicht lange kenne und mehrere Leute gleich zwei Funktionen oder Rollen übernehmen würden. Die Nachbearbeitung wird einige Monate in Anspruch nehmen. «Einen Grossteil der Spannung in einem Film machen Sound und Schnitt aus», sagt Konrad. So sei ein HitchcockFilm ohne Ton nur noch halb so spannend. Für den 1. Mai 2015 ist in Triesenberg ein Sagenfestival geplant. Konrad wünscht sich, den Psychothriller-Sagenfilm am ersten Tag des Festivals erstmals einem grösseren Publikum zeigen zu können. Anschliessend wolle er den Film unter anderem an Schulen zeigen und anhand des Filmes den Schülern die Entstehung und Produktion eines Filmes aufzeigen. Ebenfalls möchte er den Film auch bei Kurzfilmfestivals einreichen, um so ein noch grösseres Publikum zu erreichen. Mehr Informationen zum Film unter: www.showtime.li

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